M.A.R.K. 13 (Hardware, GB 1990, Richard Stanley) (DVD)
Mo(ses) kehrt aus der Wüste zurück. Zu seiner Freundin Jill. Die USA sind offenbar bei einem immer noch währenden Atomkrieg so weit zerstört worden, dass die meisten Gebiete unbewohnbar sind. Die Gesellschaft ist jedoch noch nicht ganz zusammengebrochen. Die Regierung versucht den Fehlgeburten durch Sterilisation (gegen Lebensmittelmarken) Herr zu werden. Die Stadt, in der Jill lebt, besteht zum größten Teil aus Ruinen und Müll. Kranke und hilflose Menschen vegetieren auf der Straße und in den Fluren derjenigen Häuser, deren Eingänge nicht bewacht werden. In Jills Haus ist kürzlich ein Verrückter mit dem Auto hineingefahren, so dass das Treppenhaus nun auch von Menschen besiedelt ist.

Mo hat Jill, die als Künstlerin in einem hermetisch abgeriegelten Appartment des Gebäudes lebt und von einem Sicherheitsdienst geschützt wird, etwas mitgebracht: den Metallschädel einer Roboter-Kriegsdrohne (“BAAL – Biomechanical Autoindependend Artificial-intelligent Lifeform”), den irgend ein Landstreicher in der verstrahlten Wüste “Glas Flats” (s. o.) gefunden hat. Weil Jill Künstlerin ist, fällt ihr sofort ein, was sie mit dem Schädel machen kann: Sie installiert ihn in ihre neue Skulptur – ein sternförmiges Metallgebilde aus Schrottteilen und verschmorten Spielzeugpuppen. Offenbar eine Anklage gegen die Geburtenpolitik.
Der Roboterkopf ist jedoch keineswegs “tot”. Er beginnt nachts über lose herumliegende Drähte elektrische Energie zu laden und setzt seinen Körper aus herumliegenden Schrottteilen neu zusammen. Ohne dass Jill es zunächst bemerkt, übernimmt er die Kontrolle über das Appartement, indem er sich mit dem elektronischen Sicherheitssystem verbindet. Und weil es ein Kriegsroboter ist, hat er nur eines im Sinn: alle Menschen in seiner Umgebung zu eleminieren.

“Hardware” ist ein eigenartiger postapokalyptischer Film, weil er die untergegangene Welt zwar als Ort des Verfalls zeichnet, jedoch nicht als grundsätzlich lebensunwürdig charakterisiert. Der Film ist über weite Strecken mit einem Rotfilter gedreht, so dass die Welt schon ein wenig wie eine brennende Hölle aussieht. Es hat Wochen lang nicht geregnet und neben der Radioaktivität machen Temparaturen bis zu 43°C den Menschen zu schaffen. Doch diejenigen, die noch Jobs haben oder anderweitig zu Geld gekommen sind, können es sich in dieser Hölle behaglich einrichten – wie Jill und Mo. Der Rest hält sich mit Betteln, Gewalt, Hehlerei und Schrotthandel über Wasser.
Richard Stanley reichert seinen Film mit nicht wenigen christlichen Symbolen an, die beim Titel und den Charakter-Namen beginnen und bei Wundmal- und Pieta-Darstellungen enden. Dem gegenüber steht ein zynisches System, das durch die Politik und die Medien repräsentiert wird. Gerade letztere haben noch einmal ein teuflisches Aufgebot zusammengestellt: Iggy Pop als “Angry Bob” verliest sarkastisch kommentierte Bad News und Lemmy (von Motörhead) verdingt sich als Taxifahrer und schwärmt von den guten alten Zeiten, in denen man bloß einen Knüppel oder ein Stahlrohr mit sich führen musste, wenn man auf die Straße gegangen ist – ohne Schusswaffe läuft da heute gar nichts mehr. An etlichen Stellen wird die Spielfilmhandlung zudem mit Fernsehsendungen angereichtert. Zum Teil Horror- und Splatterfilme, dann prophetische Aufrufe zur Gewalt und nicht zuletzt Werbung, hier für nicht verstrahltes Rentier-Fleisch:

“Hardware” ist durch seinen Plot und die Bild- und Tongestaltung ein eigenartiger aber überaus ansehnlicher Außenseiter im postapokalyptischen Kino. Besonders der Soundtrack hat es in sich: Neben (natürlich) Motörhead und Iggy Pop bekommt man Public Image Ldt. “The Order of Death” und Rossinis “Stabat Mater Dolorosa” zu hören.

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