Jul 31

Time out!

um 11:43 Uhr | Kategorie: Texte | Autor: (JS) | Andere Beiträge von (JS) | drucken

Wer es noch nicht kennen sollte: Im Diogenes-Verlag ist die berühmte Anthologie netter apokalyptischer und postapokalyptischer Kurzgeschichten erschienen, die 1975 in die erste Auflage ging und einen guten Einstieg in die Textsorte bietet.
Besonders hervorzuheben ist darin neben Arno Schmidts “Schwarze Spiegel” die Kurzgeschichte “Aus!” von David Ely (1972):
Wissenschaftler, allesamt Philologen (hier findet die Geisteswissenschaft ihre gesellschaftliche Legitimation), sollen am Wiederaufbau Englands mithelfen, das von einer Atombombe zerstört wurde. Der Untergang soll allerdings vertuscht werden, und so beginnt sich eine Diskussion rund um die Frage “Was ist eigentlich Geschichtsschreibung” zu spinnen, die zum eigentlichen Topos der Story wird. Denn letztendlich isind Erzählton und Plot auch viel zu absurd und lustig, als dass es hier um die Darstellung einer Katastrophe gehen würde. Der Hauptprotagonist Professor Gull hat sich vielmehr der Wahrheit verpflichtet:
“Ich meine, dass alle geschichtlichen Tatsachen, ob vergangene oder gegenwärtige, bis zum Beweis des gegenteils nur wahrscheinlich wahr sind.”

Als 5-Minuten-Lektüre eignet sich auch “Die letzte Nacht der Welt” von Ray Bradbury, in der trotz herannahender Katastrophe keine Hysterie ausbricht. “Man schreit nicht, wenn man dem Unausweichlichen gegenübersteht.”

Weltuntergangsgeschichten von E. A. Poe bis A. Schmidt

4 comments

4 Comments so far

  1. (CFH) Juli 31st, 2008 13:33

    Ich bestell mich noch blöd – danke für den weiteren Tipp! Könntest ja auch noch die Bücher posten, die Du mir privat empfohlen hast …

  2. (JS) Juli 31st, 2008 13:46

    Ja, das kommt immer in Schüben, je nachdem, woran ich gerade hänge :)

  3. (SH) Juli 31st, 2008 20:15

    Sehr schöner Tipp. Werde ich gleich bestellen.

    Heute ist übrigens auch mein Spiegel Spezial gekommen. Kann ich nur zum Kauf empfehlen.

  4. [...] von Edgar Poe bis Arno Schmidt mit Zeichnungen von Dürer bis Topor Zürich: Diogenes 1975 Info | [...]

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