Kaum mehr vorzustellen, dass Die Rote Flut (USA 1984, John Milius) (DVD) anno 1984 soviel Aufruhr erzeugt hat: Es war das einzige Mal, dass ich erlebt habe, dass ein Film so schnell aus den Kinos verschwand, weil einige Randgruppen den Film politisch inkorrekt fanden und Kinos, die ihn vorführten, als sanktionierenswert betrachteten (und zwar im Sinne von Randale…). Tatsächlich konnte ein Film damals kaum antisowjetischer sein, zeigt er doch die Invasion der UdSSR und ihrer Verbündeten in die USA – und nur eine kleine Gruppe Jugendlicher setzt sich zur Wehr. Wie Stefan Höltgen schon berichtet hatte, fällt das Fehlen moderner Kriegstechnik im gesamten Film auf – dies wird auch im Film aufgegriffen: Kein Land will die Erde atomar verwüsten, es geht um “saubere” Landnahme. Zum einen referiert der Film damit indirekt auf das Einsteinsche Diktum, dass der vierte Weltkrieg wieder mit der Keule gekämpft würde – das Fehlen der Atombombe ist der augenmerkliche Hinweis auf den Kalten Krieg und die atomare Bedrohung, zumindest im damaligen Kontext. Zum anderen ist der Film auch direkt postapokalyptisch, allerdings nur in der Binnenerzählung. Der Pilot Andrew erzählt der Gruppe, dass die Menschen in Denver seit Monaten eingekesselt sind sich gegenseitig auffressen und erwähnt beiläufig die dezimierte Zahl von 600.000 Millionen Chinesen.

Diese nette Werbeanzeige hat mir Dieter Michelbach vermacht, sie stammt aus der Filmillustrierten 1/1985.
Privatime Grüße an Daniel T., dem ich “Wolverines!” zurufe.

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