Fernsehserien erweisen sich immer wieder als gute Seismographen des Zeitgeistes (vgl. dazu etwa: Harald Martenstein, Das hat Folgen. Deutschland und seine Fernsehserien, Leipzig 1996, eine Geistes- und Kulturgeschichte der Bundesrepublik am Leitfaden ihrer Kultserien). Der Umstand, dass im US-amerikanischen und im britischen Fernsehen Serien gestartet sind, die ihre Handlung in ein gemäßigt postapokalyptisches Szenario verlegen, spricht dafür, dass das Thema “Postapokalypse” einfach an der Zeit ist:
Die TV-Serie Jericho (hierzulande von Pro7 ausgestrahlt und unterdessen auf DVD veröffentlicht) erzählt die Geschichte der titelgebenden Kleinstadt nach einem Atomschlag gegen die USA. Zentrale Themen: Politische Reorganisation (die USA zerfallen in mehrere sich autonom gebende Regionen mit je eigenem Präsidenten) und das Allzumenschliche, das sich in dieser Ausnahmesituation wieder Bahn bricht.
Die von der BBC ausgestrahlte Serie Spooks: Code 9 spielt in einem Großbritannien, das unter dem Trauma eines Atomschlags gegen London leidet; im Unterschied zu Jericho nutzt die Serie das Setting aber nur als Hintergrund für relativ banale Mantel- und Degen-Stories im Spionage-Milieu.

Jericho werde ich in Kürze bekommen und bin schon sehr gespannt.