Nov 13

“Schweinescheiße” …

um 13:25 Uhr | Kategorie: Filme | Autor: (CFH) | Andere Beiträge von (CFH) | drucken

… sagt nicht nur eine Figur in der zitatreichen Anarcho-Postapokalypse, in der Doomsday (UK 2008, Regie: Neil Marshall) (DVD) spielt, auch manche Kritiker sehen den Film als solche (Gruß an Stefan und Oliver). Tatsächlich darf man den Film nur schauen, wenn man zuvor noch nie einen (besseren) Postapokalypse-Film gesehen hat – oder wie in meinem Fall – soviele gesehen hat, dass man die vielen Genreanspielungen nicht als hohle Zitate/Plagiate sieht.

Wie auch schon in Resi 3 versucht man, dem Reaper-Virus dadurch Herr zu werden, indem man Glasgow durch eine riesige Mauer vom Rest der Welt abschirmt. Die Story spielt dabei 27 Jahre nach Ausbruch des Virus, aufmerksam wird man auf das Gebiet erst wieder, als der Virus auch außerhalb auftaucht und man ein Gegenmittel innerhalb der Mauern vermutet (dort scheinen nämlich Menschen immun zu sein und überlebt zu haben).

 

Der Film macht dabei den Fehler, wild Vorlagen wie Die Klapperschlange, Mad Max, Damnation Alley, Aliens – Die Rückkehr und Herr der Ringe (!!!) zu vermischen. Allerdings führt er auch innerhalb der Mauern die Konkurrenz verschiedener Überlebens- und Gesellschaftsmodelle anhand von Gruppierungen vor, die man als ”Punks”, “Hippies” und “Ritter” beschreiben kann. Der Film bricht das interessanterweise immer wieder, indem er die “Ritter” in einer Burg hausen lässt, die noch deutlich die zeichen des modernen Tourismus trägt (“Gift Shop”). Ein erstaunlicher Bezug ist mir nur aufgefallen, nachdem mir jemand auf der Metal-Tagung in Salzburg erzählt hat, dass Biohazard-Tatoos (wie es der Anführer der Punks im Film sehr groß auf dem Rücken trägt) in der Barebacking-Szene dafür stehen, dass man HIV-positiv ist und ungeschützten Geschlechtsverkehr wünscht (was alle Fans der Band Biohazard alarmieren sollte…). Ähnlich wie in den Vampirfilmen der 1980er-und 1990er-Jahre wird also auch hier eine Verknüpfung verschiedener kultureller Bedeutungen von “Virus” hergestellt.

Nachdem die Protagonistin in einem James Bond-Auto durch ein Indy Jones-Lager ins Freie geflüchtet ist, remixt das Ende quasi die große Verfolgungsjagd aus Mad Max 3 (und zwar zu Two Tribes, was Stefan doch immens hätte freuen müssen) – was mich versöhnlich gestimmt hat, ist das Ende, das die Protagonistin (im Gegensatz zum Ende von Die Klapperschlange) innerhalb der Mauern belässt, und zwar als neue Anführerin der “Punks”.

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