Sehr gespannt war ich auf die Verfilmung von José Saramagos Novelle “Stadt der Blinden”, die nun in den Videotheken eingeschlagen ist (Stadt der Blinden, Kanada 2008, Fernando Meirelles).
Nach und nach führt eine unbekannte Ursache dazu, dass die gesamte Bevölkerung einer Stadt nach und nach erblindet. Der Film konzentriert sich dabei anfangs auf die sprichwörtliche blinde Verzweiflung der Menschen, ihre Unfähigkeit, sich in ihrer gewohnten Umgebung zurecht zu finden, sowie die soziale Unordnung, die dadurch entsteht – später wird fokussiert, was sich die erblindeten Menschen gegenseitig antun, die mittlerweile von der Regierung in Quarantäne gesteckt wurden – eine verbliebene Sehende und ein von Geburt an Blinder spielen bei der Neuverteilung der Macht in der erblindeten Gesellschaft eine zentrale Rolle. Das Ganze erinnert wegen der starken Betonung der sozialen Postapokalypse an Children of Men (in beiden spielt Julianne Moore mit, was mag das bedeuten…), auch wenn die Ursache nicht so spektakulär ist wie Kometen oder Atomkriege, ist die psychologische Ausarbeitung des Themas doch ordentlich gelungen.

