Archiv vom April, 2009
Nomadologie meets Zombologie @ Endzeit
Just erschienen ist ein Aufsatz von mir, der insbesondere die Dichotomie von Heimat vs. Fremde anhand von Filmen wie “Resident Evil: Extinction” und “28 Weeks later” untersucht und dabei die Figuren des Nomaden und des Zombies in ihrer räumlichen Bewegung erneut aufgreift:
Dystopische Inszenierungen von Fremde und Heimatsuche im Endzeitfilm. In: Claudia Böttcher/Judith Kretzschmar/Markus Schubert (Hg.): Heimat und Fremde. Selbst-, Fremd- und Leitbilder in Film und Fernsehen. München 2009, S. 153-164.

(Schutzring aus “28 Weeks later”, der nicht dem Schutz vor äußeren Feinden dient, sondern vor inneren)
Bin sehr gespannt auf Euer Feedback!
1 commentLiving in a Post-9/11 World
Ich hatte ja bereits auf den postapokalyptischen Wert der aktuellen Battlestar Galactica-Serie hingewiesen.

Nun fiel mir endlich der Sammelband 9/11 als kulturelle Zäsur in die Hände, der einen Aufsatz von Sascha Seiler zu “Battlestar 9/11 – Der 11. September 2001 als Zäsur in amerikanischen Fernsehserien”, der die Anregungen des englischsprachigen Buches Cylons in America bereitwillig aufgreift und aufbereitet. Eine nette Einstiegslektüre, um auch die (real)politische Dimension der Postapokalypse in der Serie zu verstehen bzw. einen Anreiz zu setzen, einmal in die Serie hineinzuschauen.
No comments“Autoaufkleberphilosophie”
Basierend auf der Buchvorlage Babylon Babies von Maurice G. Dantec, liegt jetzt Babylon A. D. (USA 2008, Mathieu Kassovitz) auf DVD und Blu-Ray vor.

Als Mischung aus “Children of Men” und “Das fünfte Element” angekündigt, erwartet den geneigten Zuschauer ein Vin Diesel-Actioner, der sich selbst gleich zu Beginn mit dem Begriff der “Autoaufkleberphilosophie” selbst ganz gut beschreibt. Die anfängliche Grundszenerie, die eher eine dystopische Stimmung wie “Blade Runner” erzeugt, spielt in der Zukunft Russlands, in der ein Söldner ein besonderes Mädchen beschützen und in die USA begleiten soll. Tatsächlich werden hier viele Genregrößen anzitiert, allerdings zerfällt der Film trotz einiger guter Schauspieler (nein, nicht Vin Diesel …) in ein sinnloses Action-Mischmasch, das der Regisseur letztendlich nicht mehr verantworten wollte. Die an sich nette Idee, dass die Welt aus unspektakulären Gründen nicht mehr wiederzuerkennen ist (man singe kurz The End of the World as we know it an), wird vermischt mit einer Söldnerauftragsgeschichte, die stark an “Transporter” erinnert sowie einer Hoffnung, die mit dem empathischen, besonderen Mädchen Aurora verbunden ist, das sich als eine Art neue Jungfrau Maria entpuppt (was ja direkt und leider auch ohne Verstand bei “Children of Men” entlehnt ist). Letztendlich ein verschenkter Stoff, ich berichte demnächst über die Vorlage, die schon auf dem Weg zu mir ist.
No commentsHoch, Bunker!
So langsam wird das hier ein Bunker-Blog.
Ein TV-Tipp in dieser Sache:
No commentsheute
RBB
20:15 – 21:00 Uhr
Geheimnisvolle Orte – Die Hochbunker von Berlin
weitere Infos …
Ausweichen und Eingraben
Heute ist auf telepolis mein Text über die beiden Regierungsbunker erschienen.
mehr: hier.
No commentsAtomnachschlag
OK, hier ist sie, die definitve literarische Dokufiktion über den Atomkrieg:
Heute in einem Charlottenburger Antiquariat erworben. Darin enthalten sind Aufsätze von Technikern, Biologen, Geologen, Medizinern, Psychologen und anderen Wissenschaftlern, die aus ihrer jeweiligen Fachperspektive einen Blick in die Zeit nach dem großen Knall werfen. Die Texte stehen ganz in der Tradition der “Wissenschaftler gegen den Atomkrieg”, wie man sie etwa von den diversen Ärzte-Initiativen kennt – und deshalb schließt auch beinahe jeder Text mit der Erkenntnis, dass es das beste wäre, “das Spiel erst gar nicht zu spielen” (um es mal mit “Joshua” zu sagen). Vor allem die Vielfalt der Beiträge beeindruckt:
- Frank Barnaby: Die Auswirkungen eines globalen Nuklearkrieges: Die Waffenarsenale
- Frank Barnaby & Joseph Rotblat: Die Wirkung von nuklearen Waffen
- Beratergruppe “Ambio”: Szenario “Wie ein Nuklearkrieg ausgetragen werden könnte
- Hugh Middleton: Epidemiologie – Die Zukunft heißt Krankheit und Tod
- J. E. Coggle & Patricia J. Lindop: Medizinische Auswirkungen der Strahlung nach einem nuklearen Weltkrieg
- Paul J. Crutzen & John W. Birks: Die Atmosphäre nach dem Atomschlag – Mittagsdämmerung
- Klaus Günter Wetzel: Auswirkungen auf die weltweite Süßwasserversorgung
- Allyn H. Seymour: Auswirkungen auf die Ökosysteme der Ozeane
- Ernest A. Bondietti: Auswirkungen auf die Landwirtschaft
- G. M. Woodwell: Auswirkungen der ionisierenden Strahlung auf das Leben in der Natur
- Yves Laulan: Ökonomische Konsequenzen: Zurück in die graue Vorzeit
- Howard W. Hjort: Globale Auswirkungen auf die Nahrungsmittelversorgung
- E. I. Tschasow & M. E. Vartanian: Auswirkungen auf das Verhalten des Menschen
- Beratergruppe “Ambio”: Schlußfolgerungen
- William Arkin, Frank von Hippe & Barbara G. Levi: Konsequenzen eines “begrenzten” Nuklearkrieges in Ost- und Westdeutschland
- Glossarium
- Zu den Verfassern
- Zum Herausgeber
Ein paar der Texte (3, 13, 15) habe ich bereits gelesen und bin gleichermaßen beunruhigt und hoch erfreut über die stilistische Nüchternheit und trotzdem hohe “Visualität” der Beiträge. Die wird zudem noch durch etliche Fotografien, Skizzen und Diagramme unterfüttert. Das Buch gibt es noch bei Amazon und ZVAB in ausreichenden Mengen zu kaufen.
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