Archiv vom Mai, 2009

Postapo-Cat-Lypse

Datum: 31. Mai 2009 | Kategorie: Allgemein,Simulation

Hier gefunden.

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Der Bunker

Datum: 26. Mai 2009 | Kategorie: Texte

Heute im Briefkasten:

zwerenz-bunker

Gerhard Zwerenz, der ja bekanntlich ein äußerst vielseitiger Literat ist, hat 1983 diesen 450-Seiten-Roman als bittere Satire auf die Entwicklung des Kalten Krieges in Deutschland verfasst. Das Buch ist leider nur noch antiquarisch zu bekommen – dafür aber – gemessen am Umfang – recht günstig.

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»Reset the Future!«

Datum: 25. Mai 2009 | Kategorie: Filme

Terminator 4 (Terminator Salvation, USA 2009, McG) (PV Cinestar)

Wo entfaltet sich eigentlich eine Intertextualität? Doch nicht im stillen Kämmerlein des Drehbuchschreibers oder am Set beim Filmdreh oder auf der Leinwand im Kino – sie entsteht im Kopf des Zuschauers. Insofern ist das Erkennen von Zitaten eine von Betrachter zu Betrachter unterschiedliche Reise durch die je eigene Filmsozialisation. Ob Intertextualitäten, Zitate, Anspielungen, Inspirationen oder wie man sie auch immer nennen möchte, damit noch zu einem intersubjektiv prüfbaren Qualitätskriterium für einen Film erhoben werden können, muss zumindest hinterfragt werden.

Man kann seine Zeit in “Terminator 4″ also gerne damit verbringen, die Text- und Bild-Zitate oder die Homologien zu bereits bekannten Filmen – vielleicht desselben Genres – “aus dem Film” herauszusuchen und dabei doch nur Introspektion betreiben. Die wird schnell zu einem Selbstläufer, der einen narrativen oder ikonografischen Pfad vorzeichnet, auf dem sich die Ereignisse der Leinwand dann auch tatsächlich bereitwillig einfinden und entlangwandern. Doch welchen Film sieht man dann? Und selbst wenn man solche konstruktivistischen Überlegungen ausklammert: Was ist denn überhaupt eine originelle Geschichte? Eine, die noch nie erzählt wurde? Die in allen Facetten noch nie dagewesen ist? Wie kann man denn erzählen ohne selbst erzählt bekommen zu haben?

Ich will keineswegs andeuten, “Terminator 4″ würde sich auf Zitate reduzieren lassen, noch sich dem Vorwurf aussetzen müssen, nicht originell zu sein. Beides verbietet schon die Tatsache, dass er ein kombiniertes Sequel und Prequel ist (was man neuerdings “Relaunch” nennt). Er muss sich also notwendigerweise auf seine Vorgänger beziehen. Und weil er nun auch einem traditionsreichen Genre bzw. Sub-Genre, nämlich dem dystopischen Science-Fiction-Film angehört, wird er sich auch, wie jeder Genre-Film, gewissen Regeln, Topoi und paradigmatischen Erzählkonstellationen unterwerfen müssen.

Also: Es ist egal, ob sich “Terminator 4″ bei Filmen wie “Matrix”, “War of the Worlds”, “Mad Max”, “Dune” und einigen anderen bedient oder nicht. Am Ende zählt, wie er seine Geschichte erzählt, was er zu zeigen hat und wie man sich als Zuschauer dabei fühlt. Ich bin großartig unterhalten worden an diesem Nachmittag. Ich habe eine Geschichte erzählt bekommen, die gekonnt zwischen Film-Zukunft und filmischer Vergangenheit situiert wurde. Ich wurde von einem ungewöhnlichen, mit bekannten aber verfremdeten Motiven bestückten Danny-Elfman-Soundtrack bombardiert, in den sich die Industrial-Sounds der Effekt-Tonspur wie Percussions angehört haben. Ich habe actiongeladene, bildgewaltige und rasant montierte Sequenzen neben pathetischen Totalen und Momenten voller trügerischer Ruhe in einer postapokalyptischen Welt zu sehen bekommen. Und ich habe eines der besten Production Designs seit “Matrix” genossen und meine Augen nicht mehr von dieser dreckigen, verrosteten und zerfallenen Welt lösen können – außer, wenn wieder einmal die großartig animierten Roboter (oft Puppen, selten CGI) aufgetaucht sind …

Nur in den ersten paar Minuten habe ich Zeit damit verschwendet mich zu fragen, an was mich das alles erinnert.

Zuerst im Simulationsraum erschienen.

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SpOn über Atombombentests: “Die Hölle auf Erden”

Datum: 25. Mai 2009 | Kategorie: Dokumente und Geschichte

Angesichts der nordkoreanischen Atomtests hat Spiegel Online im Archiv gekramt und rekapituliert die Geschichte der Atombombentests in einer kleinen Fotostrecke.

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Neues Forum

Datum: 15. Mai 2009 | Kategorie: Allgemein

Weil es in den Homepagemodules nie so richtig warm geworden ist, haben wir uns entschlossen unser Forum woanders zu eröffnen und es kurzerhand bei filmforen.de eingemeindet. Vorteil: Von Anfang an 2000 User.

Hier geht’s lang …

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saubere Bombe, begrenzter Krieg

Datum: 15. Mai 2009 | Kategorie: Filme

Briefe eines Toten (Pisma myortvogo cheloveka, UdSSR 1983, Konstantin Lopushansky) (VHS)

Ich hatte den Film ja schon eingehender besprochen, ihn gestern aber noch einmal für die Erweiterung des Textes für eine Publikation von Katja (“Die 100 besten russischen Filme”) gesehen. Zusätzlich zu den damaligen Beobachtungen eher metaphysischer Art sind mir dieses Mal vor allem zwei Dinge aufgefallen.

Und zwar zwei Motive, die das atomare Wettrüsten seit den 1960er-Jahren bestimmen und sich in etlichen Spielfilmen thematisch niedergeschlagen haben, werden ich „Briefe eines Toten“ vom Professor aufgeworfen und weiter- bzw. zu Ende gedacht: Wie wahrscheinlich ist es, dass die atomare Katastrophe nicht durch einen militärischen Konflikt sondern einen Unfall ausgelöst wurde? Dieses Szenario wird mit Einführung der Abschuss-Automatisierung vor allem der Interkontinental-Raketen sehr wahrscheinlich und wie aus Aktenlagen des Kalten Krieges bekannt ist, sind derartige technisch bedingte Beinahe-Unfälle häufiger vorgekommen, als seinerzeit bekannt wurde. Filme wie John Badhams „War Games“ (USA 1983), in dem ein „durchgedrehter“ Computer beinahe den Atomkrieg auslöst, nehmen sich dieses Themas an. Dass der Mensch selbst wie eine Maschine zu funktionieren hatte, sobald der Befehl zum Druck auf den berüchtigten Roten Knopf kam, beschreibt schon 20 Jahre zuvor Sidney Lumets „Fail Safe“ (USA 1964), in dem sich ein Bomberkommando von seinem Flug nach Moskau nicht mehr zurückhalten lässt.

Das andere Motiv, das ebenfalls vom Professor in den Briefen erwähnt wird, ist spätestens ab den frühen 1960er-Jahren mit der Entwicklung der Neutronen-Bombe eine ernsthafte militärische Strategie-Diskussion gewesen: Lässt sich ein Atomkrieg lokal begrenzen? Die Vermutung, nicht die ganze Welt könne von der atomaren Katastrophe betroffen sein, scheint einerseits Ausdruck der Hoffnung, andererseits Echo dieser auch gezielt in der Öffentlichkeit gestreuten Militärstrategie zu sein. Verglichen mit so genannten „schmutzigen“ Atom- bzw. Kobalt-Bomben, bei denen die Radioaktivität für weitreichende Schäden in der Biosphäre verantwortlich wäre und den mit immer größerer Explosionskraft versehenen Fusions- bzw. Wasserstoffbomben (deren größte, den „Tsar“, im Oktober 1961 gezündet wurde), schien sich mit der Entwicklung der Neutronen-Bombe der Krieg tatsächlich auf kleine Areale begrenzen zu lassen. Die Neutronen-Bombe sollte verhältnismäßig geringe Explosionszerstörungen hervorrufen und nur wenig langfristige Verstrahlungen verursachen. Wahrscheinlich ist die Entwicklung dieser Waffe ab 1958 und deren massenweise Herstellung durch die Amerikaner Anfang der 1980er-Jahre ein Hinweis auf einen immer möglicher werdenden Atomkrieg und damit ein „Beruhigungsmittel“ für die Bevölkerung.

Dass „Briefe eines Toten“ beide Motive aufnimmt, zeigt, dass es Lopushansky keineswegs um eine ausschließlich metaphysische Kodierung des Ernstfalls geht. Auch wenn der Professor und einige der anderen Protagonisten am konkreten Fall des Atomkrieges die conditio humana diskutieren, nimmt der Film konkrete Diskurse auf und etxrapoliert sie auf ein mögliches Szenario, zeigt also eine Dystopie im Wortsinne – einen schrecklichen Ort. An diesem herrscht Angst, Resignation, und eine allein am Pragmatischen orientierte Moralität. Wer leben darf und wer sterben muss, diktiert ein Verwaltungsbeamter, der schon „zu oft“ das Flehen der Menschen gehört hat, um davon noch bewegt zu werden. Alle ideellen Werte sind im atomaren Feuer verbrannt: rauchende und brennende Ruinen, eine mehr und mehr ausgehöhlte Bibliothek, deren Wert sich mittlerweile in der Verfeuerbarkeit der Bücher niederschlägt. Eine Welt, in der die Figuren mehr funktionieren als leben.

Zuerst erschienen in meinem Blog.

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Zu Besuch im rosa Atombunker

Datum: 12. Mai 2009 | Kategorie: Bunker/Prävention

Im Jahre 1993 hat auch die Landesregierung Nordrhein-Westfalens beschlossen ihren Ausweichsitz – wie viele andere Landesregierungen Deutschlands zur selben Zeit – aufzugeben. Einige der Atombunker, deren Lage teilweise so geheim gehalten wurde, dass nicht einmal der Bund die genauen Standorte erfahren hat, sind in der Planungsphase stecken geblieben, andere nie zu Ende gebaut worden. Der Atombunker nahe des Örtchens Urft in der Eiffel ist jedoch voll betriebsfähig gewesen.

Nach dem Aus für den Schutzraum hat sich der Schwiegersohn des damaligen Hausmeisters entschlossen, den Bunker mitsamt dem Areal drum herum dem Land abzukaufen. In Düsseldorf nahm man dieses Angebot nur allzu gern an, würde es doch die erheblichen Abrisskosten vermeiden. (Beim Rückbau des Atombunkers der Bundesregierung in Ahrweiler sind hier noch einmal zweistellige Millionenbeträge geflossen). Der seitdem in Privatbesitz befindliche Bunker ist über Jahre hinweg eine Art privater Spielplatz für den pensionierten Hausmeister gewesen, der das Inventar sorgsam gepflegt hat. Vor einigen Wochen nun hat sich der Besitzer entschlossen, das Gebäude zusammen mit der Ahrtal-Touristik, die auch den Ausweichsitz der Bundesregierung in ein Museum umgewandelt hat, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bevor der Bunker im Sommer dieses Jahres seine Pforten öffnet, sind – quasi als Testlauf – bereits einige Führungen durchgeführt worden. Der Grund dafür liegt einerseits in der Erprobung eines Führungskonzeptes (weniger erklären, mehr erleben), andererseits darin herauszufinden, ob die durch die Atemluft in den Bunker eingebrachte Feuchtigkeit wieder so weit daraus zu entfernen ist, dass keine Schimmelschäden (wie in Prenden) zu befürchten sind. Mit Patrick Baum war ich am vergangenen Sonntag bei einer Doppel-Bunker-Führung, die uns zuerst noch einmal in den Ausweichsitz der Bundesregierung und dann zum NRW-Bunker nach Urft geführt hat. Hier die kleine Fotodokumentation unserer Tour. Zunächst noch einmal ein paar Bilder aus Ahrweiler (alle Fotos zum Vergrößern anklicken):

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»Das war der Todesstoß.«

Datum: 11. Mai 2009 | Kategorie: Bunker/Prävention,Texte

… lautete die fachliche Analyse eines Bunker-Experten, mit dem ich mich gestern über den DDR-Bunker “Objekt 5000/17″ unterhalten habe. Die mittlerweile wieder versiegelte Bunkeranlage, die ich im Oktober letzten Jahres ja noch besichtig hatte (den Foto-Bericht darüber mussten wir auf Druck des Betreibervereins wieder von dieser Seite entfernen), ist in der kurzen Öffnungszeit von etlichen Menschen durchwandert worden, die dort allesamt viel Feuchtigkeit aus ihrer Atemluft hinterlassen haben. Zudem hat sich im Bunker ja ohnehin bereits einiges an Schimmel befunden. Die Prognose des Experten gestern: Die Luftfeuchtigkeit wird auf absehbare Zeit durch Schimmel- und Rost-Entstehung das Ende des Bunkers bedeuten.

Warum ich das alles schreiben? Nun, einerseits um meinen Doppel-Bunker-Besichtigungstext für morgen (oder übermorgen) anzukündigen, andererseits um ein Buch zu empfehlen, das ich mir am Wochenende über eben jenes “Objekt 5000/17″ und andere DDR-Bunker gekauft habe:

Das Buch ist im Januar 2009 aktualisiert und neu aufgelegt worden und ist natürlich bei Amazon erhältlich. Darin finden sich vor allem technische und architektonische Details zu den Bunkeranlagen von Regierung und Armee. Schutzräume für die Öffentlichkeit waren nicht nur in der DDR selten, sie werden auch in diesem Band nur sporadisch angesprochen. Ansonsten ist das großformatige und reich illustrierte Buch aber jedem Interessierten zu empfehlen!

Im Bonner Bücherschrank habe ich dann noch eine kleine Geschichte der Atomenergie mit besonderer Berücksichtigung der Atombomben-Entwicklung (bis hin zur “sauberen” Wasserstoffbombe Ende der 1950er-Jahre) gefunden:

William L. Laurence
Menschen und Atome
Geschichte und Zukunft der Atomenergie
München: List 1961
Bei Amazon kaufen.

Ein witziger kleiner Band, dessen Autor sich der Faszination der Angelegenheit kaum zu entziehen vermag und selbst bei der Beschreibung des Bomben-Abwurfs über Hiroschima neben dem “wunderschön” immer nur kleinlaut “und natürlich schrecklich” an seine Sätze anhängt. Leider ist die Übersetzung des Buches etwas fahrig, überträgt sie zwar den Namen des ersten Atomtests “Trinity” ins Deutsche und nennt ihn “Dreieinigkeit” und übersetzt den Ort, an dem sie detoniert ist von “Ground Zero” in “Punkt Null” (beides S. 139). Sie hält jedoch nichts davon, Zahlen ins europäische/metrische System zu übertragen:

“Flüssiger Wasserstoff siedet (das heißt verwandelt sich in Gas) bei einer Temperatur von minus 423 Grad Fahrenheit unter einem Druck von einer Atmosphäre (15 Pfund pro Quadratzoll).”

Eigentlich eher amüsant als ärgerlich … Also: für wenig Geld erwerben!

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Nuclear Kisses

Datum: 5. Mai 2009 | Kategorie: Filmgespräche

Der Atomkrieg im Film bildet selbst kein eigenständiges Genre, sondern ist vielmehr ein zentrales Motiv innerhalb verschiedener Genres. Es existieren Komödien, Actionfilme, Science-Fiction- und Horrorfilme und sogar pornografische Filme, in denen die atomare Apokalypse und das, was danach kommt, ein zentrales Thema sind. Der 1983 entstandene Film „Café Flesh“ ist ein Beispiel für letzteren. Für unser viertes Filmgespräch haben wir ihn angesehen und diskutieren ihn mit der auf Gender-Thematiken spezialisierten Berliner Literaturwissenschaftlerin Ekaterina Vassilieva, dem Mainzer Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger und dem Filmjournalisten und Mitveranstalter des Berliner PornFilmFestivals Jochen Werner. Doch wie immer zuerst ein Überblick über den Plot des Films.

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Da hat es boom gemacht …

Datum: 4. Mai 2009 | Kategorie: Texte

Andere lesen Bücher, ich kaufe sie. Heute aus meinen neuen Lieblingsantiquariat gefischt:

Laurence - Dämmerung über Punkt Null

W. Laurence - Dämmerung über Punkt Null

Ist auch nicht gerade teuer via Amazon oder Booklooker zu beziehen.

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