… lautete die fachliche Analyse eines Bunker-Experten, mit dem ich mich gestern über den DDR-Bunker “Objekt 5000/17″ unterhalten habe. Die mittlerweile wieder versiegelte Bunkeranlage, die ich im Oktober letzten Jahres ja noch besichtig hatte (den Foto-Bericht darüber mussten wir auf Druck des Betreibervereins wieder von dieser Seite entfernen), ist in der kurzen Öffnungszeit von etlichen Menschen durchwandert worden, die dort allesamt viel Feuchtigkeit aus ihrer Atemluft hinterlassen haben. Zudem hat sich im Bunker ja ohnehin bereits einiges an Schimmel befunden. Die Prognose des Experten gestern: Die Luftfeuchtigkeit wird auf absehbare Zeit durch Schimmel- und Rost-Entstehung das Ende des Bunkers bedeuten.
Warum ich das alles schreiben? Nun, einerseits um meinen Doppel-Bunker-Besichtigungstext für morgen (oder übermorgen) anzukündigen, andererseits um ein Buch zu empfehlen, das ich mir am Wochenende über eben jenes “Objekt 5000/17″ und andere DDR-Bunker gekauft habe:
Das Buch ist im Januar 2009 aktualisiert und neu aufgelegt worden und ist natürlich bei Amazon erhältlich. Darin finden sich vor allem technische und architektonische Details zu den Bunkeranlagen von Regierung und Armee. Schutzräume für die Öffentlichkeit waren nicht nur in der DDR selten, sie werden auch in diesem Band nur sporadisch angesprochen. Ansonsten ist das großformatige und reich illustrierte Buch aber jedem Interessierten zu empfehlen!
Im Bonner Bücherschrank habe ich dann noch eine kleine Geschichte der Atomenergie mit besonderer Berücksichtigung der Atombomben-Entwicklung (bis hin zur “sauberen” Wasserstoffbombe Ende der 1950er-Jahre) gefunden:
William L. Laurence
Menschen und Atome
Geschichte und Zukunft der Atomenergie
München: List 1961
Bei Amazon kaufen.
Ein witziger kleiner Band, dessen Autor sich der Faszination der Angelegenheit kaum zu entziehen vermag und selbst bei der Beschreibung des Bomben-Abwurfs über Hiroschima neben dem “wunderschön” immer nur kleinlaut “und natürlich schrecklich” an seine Sätze anhängt. Leider ist die Übersetzung des Buches etwas fahrig, überträgt sie zwar den Namen des ersten Atomtests “Trinity” ins Deutsche und nennt ihn “Dreieinigkeit” und übersetzt den Ort, an dem sie detoniert ist von “Ground Zero” in “Punkt Null” (beides S. 139). Sie hält jedoch nichts davon, Zahlen ins europäische/metrische System zu übertragen:
“Flüssiger Wasserstoff siedet (das heißt verwandelt sich in Gas) bei einer Temperatur von minus 423 Grad Fahrenheit unter einem Druck von einer Atmosphäre (15 Pfund pro Quadratzoll).”
Eigentlich eher amüsant als ärgerlich … Also: für wenig Geld erwerben!

