Das reale und das symbolische Ende

Gleich drei Bücher habe ich mir zur Hand genommen, die sich erstaunlich ergänzt haben.

Zum einen ist da Aldous Huxleys wenig bekannter Roman Affe und Wesen. Ein Roman aus der Zeit nach dem Atomkrieg, der in einem Spiel-im-Spiel-Setting einen der Protagonisten ein Filmdrehbuch über das Leben nach dem Ende erstellen lässt.  Über die etwas fade Rahmenhandlung hilft dann das eigentliche Drehbuch hinweg, das u. a. die zerstörerische Kraft der präapokalyptischen Hysterie beschwört:

“Nicht ein Schuss war gefallen, und schon war die Zivilisation ein Trümmerfeld. Warum das Militär es überhaupt für nötig hielt, Bomben abzuwerfen, weiß ich wirklich nicht.”

huxley_

Die beiden anderen Bücher sind theoretischer Natur, das erste ist James Bergers After the End. Representations of Post-Apocalypse. Er unternimmt den interessanten und mitunter recht seltsamen Versuch, fiktionale Representationen des “Endes” mit realen kurzzuschließen: Dabei streift er den Begriff des Traumas, der das Verhältnis von Realität und Symbolischem ins Spiel bringt, bezieht aber die theoretischen Ausführungen immer wieder (und leider recht wahllos) sowohl auf fiktionale Beispiele als auch auf reale Geschehnisse wie die Reagan-Ära oder den Holocaust.

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Anschlussfähig ist das Ganze an Jean Baudrillards The Illusion of the End, das Apokalyptik, Ende der Geschichte und damit Postapokalypse im Sinne einer grundlegenden kulturpessimistischen Geisteshaltung anschaulich macht. Gerade das Kapitel “Catastrophe Management” macht deutlich, dass wir gerade dadurch, dass wir uns ständig in den Medien mit Katastrophen und Beinahe-Enden beschäftigen, das eigentliche Ende der Geschichte als Katastrophe verdrängen.

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