Jun 14
Affe mit Waffe
Endlich wieder mal ein Klassiker: Planet of the Apes (USA 1968, Franklin J. Schaffner) schickt ähnlich wie bei Buck Rogers eine Astronautencrew auf eine Zeit- und Weltraumreise, die sie auf einen Planet führt, auf dem Affen regieren und Menschen wie wilde Tiere leben und von den Affen domestiziert werden. Die Astronauten, allen voran der äußerst heterosexuelle Taylor (Charlton Heston), haben also ihre Zivilisation in der Vergangenheit gelassen und werden mit einer “verkehrten Welt” konfrontiert.

Ähnlich wie bei Buck Rogers geht es also um eine Archivierung des Menschen, der nur durch einen künstlichen Schlaf in der Lage ist, mehrere Jahrhunderte zu überdauern und im Jahr 3978 anzugelangen. Allerdings halten sie den Planeten fälschlicherweise für einen fremden Planeten, was am Ende zu einer großen Überraschung führen soll.
Die Suche nach Wasser und Nahrung in der unwirtlichen Einöde des Planeten führt die drei überlebenden Astronauten (die einzige Astronautin ist während des künstlichen Schlafes verstorben und muss später durch ein primitives “Menschenweibchen” ersetzt werden) zu einem Stamm primitiver Menschen, die allerdings allzu bald von fremdartigen, affenmenschartigen Wesen verfolgt, getötet bzw. gefangen werden.
Die Mensche gelten in der Affenzivilisation als Tiere, die durchaus zu Versuchszwecken benutzt werden dürfen. Der einzige handlungsfähige Überlebende bleibt Taylor, der nach einer Weile durch seine Sprach- und Schreibfähigkeit immerhin zwei der Affenwissenschaftler (!) überzeugen kann, dass er kein Tier ist. Allerdings bringt er damit die Affenreligion ins Wanken, Glaube und Wissenschaft sind in dieser Zivilisation nicht miteinander vereinbar – es gibt starken Widerstand gegen die beweisbare Vernünftigkeit des Menschen.

Letztendlich flüchten die Wissenschaftler mit Taylor und der primitiven “Eva” in die “Verbotene Zone”, wo sich offenbart, dass die Menschen auf diesem Planeten die ältere Zivilisation waren, aber deren zerstörerische Kraft auf die Kultur der Affen so abschreckend wirkt, dass diese den Beweis dafür zerstören lässt.
In der Abschlusssequenz muss auch Taylor erkennen, dass seine Kultur vielleicht zu Recht tabuisiert und in Vergessenheit gedrängt wird: Am Strand entdeckt er die Reste der Freiheitsstatue, Symbol der Freiheit und der modernen Zivilisation. Damit wird klar, dass er zwar in der Zukunft, aber der Zukunft der Erde gelandet ist.

Damit bekommt die Auslöschung der Menschheit auf diesem Planeten eine andere Rolle: Seine Heimat, die Erde, ist es, die von Menschenhand selbst zerstört wurde – als er die Erde noch für einen fremden Planeten hielt, hatte er auch andere Möglichkeiten (Meteoriteneinschläge) in Erwägung gezogen, doch die zerstörte Freiheitsstatue lässt für ihn nur den Schluss übrig, dass die Menschheit sich selbst zerstört hat. Auf die symbolische Rolle der Freiheitsstatue muss man dabei nicht extra hinweisen …

Letztendlich muss Taylor seinen leichtfertigen Ausspruch vom Beginn des Filmes implizit zurücknehmen: “Ich weine dem 20. Jahrhundert keine Träne nach.”
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