Selbst wenn es noch keine konkreten koordinierenden Atttacken gibt, ist man heute oft überzeugt, dass entsprechende Maßnahmen sicherlich bald entwickelt würden. Die Katastrophe ist wieder einmal nur eine Frage des “Wann”, nicht des “Ob”, schreiben Ilija Trojanow und Juli Zeh in ihrer Kampfschrift gegen den schleichenden Verlust von langwierig erkämpften bürgerlichen Rechten. Und mit der Feststellung, dass jene Katastrophe in den Köpfen der Menschen bereits feststeht und als Ereignis abgespeichert ist, sind wir einmal mehr mitten im Zentrum der Fragestellung rund um ein postapokalyptisches Zeitalter.
Die AutorInnen beschäftigt insbesondere die Angst vor einer Katastrophe, wobei der Kern der Auseinandersetzung natürlich die Fragen Sicherheit, Freiheit, Überwachung und Datenschutz betrifft. Dazwischen gibt es interessante Side-Facts, die zwar oft bekannt sind (siehe Aufrüstungstendenzen und Datenspeicherung), aber hier in 11 Kapiteln eingängig formuliert und teilweise auch mit ironischem Einschlag präsentiert werden. Und zeigen, dass die Angst vor der Katastrophe heute schwer vom Schlagwort Terror und dessem medial vermittelten Bild und Gefahrenpotential losgelöst gedacht werden kann.

Ich habe das Buch für Literaturkritik.de rezensiert – schade, dass meine Rezension nicht vor der Wahl veröffentlicht wurde. Ich verlinke sie hier, sobald sie online ist.