Archiv vom November, 2009
Dummy > Atom
Die (noch!) aktuelle Ausgabe des Gesellschaftsmagazins “Dummy” beschäftigt sich mit dem Thema “Atom” in zahlreichen, eben auch postapokalyptischen Facetten. Sehr lesenswert u.a. ein Tagebuch-Eintrag einer Frau, die 1986 als Teenager kurz nach der Tschernobyl-Katastrophe von einem Tornado heimgesucht wurde und sofort an eine Atombomben-Druckwelle dachte, oder der Bericht über die “Amour fou” Frankreichs mit der Atom-Technologie, der mit unglaublichen Kunstwerken aus John Timberlakes “Another Country” illustriert ist, die abfotografierte Dioramen darstellen, auf welchen romantische Landschaftsgemälde mit Fotos von Atom-Pilzen und Püppchen, nachgestellt von Atombomben-Test, zu sehen sind.
Schnell Kaufen! Nächste Woche kommt schon eine neue Ausgabe!
P.S. Auf der Homepage von “Dummy” gibt es dann noch Add-ons, etwa zu “Atom-Busen” und eine Gorleben-Slideshow.
No commentsEndzeitlesefutter
Momentan probiere ich, zwei aktuelle Endzeitwerke mit höchst unterschiedlichem Niveau parallel zu lesen:
Zum einen David (nicht Rick) Moodys Herbst-Reihe, eine momentan aus vier Büchern bestehende Serie, die vom rasanten Ausgelöschtwerden der Menschheit durch ein Virus erzählt. Rasant, spannend, hirnlos, macht Spaß, bringt aber nur wenige Neuerungen ins Sujet.

Zum anderen, weniger klassisch, habe ich mit der Lektüre des aktuellsten Stephen King – Die Arena – begonnen, in dem eine Art Glocke eine Stadt von der Außenwelt abschneidet. Die Zustände im “Inneren” spitzen sich natürlich schnell zu, erzählerisch (wie fast immer) sehr empfehlenswert.
No comments10 Things to do …
.. before humanity dies.
So lautet eine Rubrik aus Rob Kutners Apocalypse how, einem ironischen Ratgeber für die Endzeit.

Auf Platz 1 steht natürlich “Sightseeing”, eine durchaus nachvollziehbare Betätigung angesichts der erwarteten Erhabenheit des Weltuntergangs (vgl. Woody Harrelson in 2012). Der angloamerikanische Trend, Weltuntergang zu einem (halb)komischen Thema zu machen (und damit vermutlich die Verarbeitung realer Ängste zu vereinfachen), wird bislang in Deutschland nicht geteilt – hier trifft man eher bierernste Bücher wie das Lexikon des Überlebens. Handbuch für Krisenzeiten, das ernstgemeinte Ratschläge für viele verschiedene Szenarien bietet.
No commentsNo Whistleblowing, plz!
Emmerichs 2012 ist ja eigentlich genug durch die Medien gegangen. Wer Spaß am Untergang der Welt hat, kommt hier auf seine Kosten – der Reiz liegt darin, dass nur wenige wissen, dass die Welt (“wie wir sie kennen”) untergehen wird. Verraten wird das der “normalen” Bevölkerung nicht, es werden lediglich Rettungsmaßnahmen (nein, keine Spoiler) für einige Auserwählte gefertigt. Der Protagonist erfährt über einen “verrückten” Verschwörungstheoretiker davon und versucht, seine “normale” Familie zu retten.

Spannend ist hier vor allem der Aspekt des “Whistleblowing” – letztendlich erfährt die Welt erst von ihrem Untergang, als es schon zu spät ist. Wie auf dem Screenie zu erkennen: Der Mönch läutet die Warnglocke erst, als das Meer über den Himalaya (?) tritt. Verbunden damit ist natürlich die bekannte Postapo-Thematik, dass das Wissen um die Apokalypse eigentlich schon die Apokalypse ist (von der Auslöschung selbst bekommt das Individuum in der Regel ja auch recht wenig mit … (“fitz!”)).
No commentsI’ll be back
Natürlich hat Stefan schon zum Kinostart auf die intertextuellen Bezüge von Terminator 4 – Salvation hingewiesen. Ich hatte ja fiebernd auf die Bluray-VÖ gewartet, die morgen stattfinden soll (aber wie immer von Amazon benutzerfreundlich vorverlegt wurde…), war aber wenig begeistert von der Umsetzung. Die Idee, die menschliche “Resistance” zum Dilemma zu führen, einem Mensch-Roboter-Hybriden ihr Schicksal anzuvertrauen, mag nett sein, ist aber leider wenig intelligent umgesetzt.

Das ist weniger eine Wertung, für die wissenschaftliche Verwertbarkeit fällt aber deutlich auf, dass das Thema “Menschlichkeit” beispielsweise in A. I. sehr viel schöner umgesetzt wurde (und dort auch eine Betrachtung wert ist). Leider thematisiert Teil 4 die Zeitreisen nur noch als Beiwerk der actionreichen “Story”, hier fällt also einiges weg, was die ersten Teile auch für eine Analyse immer noch interessant macht. Ein Lichtblick bleibt: Ähnlich wie in “Call of Duty: Modern Warfare” (PS3, Xbox 360) und auch “Watchmen” wird der Zuschauer (quasi-)alleiniger Beobachter der atomaren Vernichtung (für unsere Mushroom Cloud-Fans unverzichtbar).
No commentsApocalyptic Times
Auf der Seite der ‘Backdoor Broadcasting Company‘ gibt es eine knapp 90 minütige aktuelle Vorlesung von Slavoj Žižek über techno-digitales apokalyptisches Denken – gewohnt unterhaltsam…
No commentsBunker
Auf einen kleinen französischen Kurzfilm namens “Bunker” hat mich Udo Weiler von cyberpunk-community.de hingewiesen. In diesem Blog werden häufiger mal postapokalypstische Themen einbezogen, ist also auf jeden Fall einen Besuch wert.
Der Film findet sich hier.
PS: Nach Antritt meines neuen Jobs und Überleben der Schweinegrippe (ja, Postapo live) wird hier wieder regelmäßig etwas “einschlagen”.
“Washington von schwuler Bombe zerstört.”
In Jeff B. Harmons “Isle of Lesbos” (1997) liegt die atomare Bombe in der Macht der Queers. Als Fantasiestück in Form einer Musical-Komödie liegt der Schwerpunkt zwar ganz klar auf dem Unterhaltungs-Aspekt und dem Spiel mit Stereotypen als auf der Bomben- oder Apokalypse-Thematik, dennoch sicherlich nicht unwesentlich, dass hier der (wegen seiner zur lesbischen Front übergewechselten Tochter) wütende Vater mit Hilfe des Präsidenten eine nukleare Rakete abfeuert, die leider zu einer Schwulen-Bombe mutiert, indem sie ihren Kurs ändert und die gesamte Ostküste Amerikas zerstört. Die Anspielungen sind so offensichtlich wie amüsant.
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