Archiv vom Dezember, 2009
The Road Issue
Von einem Freund habe ich gestern aus London ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk mitgebracht bekommen:
Ausgabe 27 (Heft Januar/Februar 2010) der Filmzeitschrift “Little White Lies” mit dem Thema “The Road”. Und exakt die Hälfte des Heftes präsentiert Hintergrundberichte, Analysen, Interviews und mehr zum Buch und der anstehenden Filmadaption.
Das Heft kann für 4 GBP + Shipping auch online bezogen werden.
1 commentPostapokalyptische Weihnachten
Man glaubt es kaum: Weihnachten spielt auch in der Postapokalypse eine Rolle, wie man hier sehen kann. Frohes Fest!
No commentsBunkerfunk
Nach einem verheerenden Atomkrieg ist ein Großteil der US-Amerikaner nach Mexiko und Kanada geflüchtet (und treffen in Kanada auf eine viel größere Plage, nämlich deutsche Auswanderer ohne Englischkenntnisse
– nein, nur Spaß ) – das ist die Ausgangsposition von 20 Years After (USA 2008, Jim Torres), die den Fokus natürlich auf die im radioaktiv verseuchten und sozial zersprengten Land Verbliebenen richtet.
Die wenigen Überlebenden versuchen, über Funk in Kontakt zu bleiben – da es jedoch wenige Sender und mehr Empfänger gibt, wird der Protagonist zu einer Art Postapo-Radioshowmoderator. Leider bricht der Film sehr schnell ein und landet unter TV-Trash-Niveau (für manche mag das ja ein Anreiz sein…), obwohl er einige nette Ideen und Motive hat (beispielsweise mystische Sequenzen, in denen einige Akteure gezwungen werden, über mögliche Realitäten und Handlungsoptionen nachzudenken usw.). Letztendlich bleibt das unschöne Gefühl, dass der Regisseur Jericho Season 1 meinte besser machen zu können (und er konnte nicht) und zudem meinte, Doomsday wäre eine gute Inspirationsquelle (ist er nicht). Das Ganze läuft in einem hoffnungstriefendem Ende zusammen, das hat man bei dem Genre immerhin nicht alle Tage …
No commentsMoralisches Missile-Training
Die wenig bekannte Doku Missile (USA 1987, Frederick Wiseman) berichtet für die damalige Zeit relativ offen über die Ausbildung junger amerikanischer Soldaten im Missile Training Program der US Army.

Es geht dabei um den Job des “Schlüsselumdrehers”, also desjenigen, der im Atomraketensilo sitzt und Startbefehle für ICBM direkt ausführt. Wie der wortgewaltige Ausbilder gleich zu Beginn klar macht: “Missile Training is ten times harder than Pilot Training.” Die Auszubildenden werden zu Beginn nicht gleich auf die aufwändige Technik eines solchen Arbeitsplatzes (siehe Foto) losgelassen, sondern zuerst mit den moralischen Voraussetzungen für den Job: Es gehe um moralische Verantwortung, die jeder vorab für sich klären müsse – und nicht erst im Augenblick des Startbefehls für die Nuklearraketen. Eine Rolle spielen dabei vor allem kriegshistorische Beispiele, die verdeutlichen sollen, wie verantwortliches und legales (!) Handeln angesichts von Massenvernichtungswaffen, die zu bedienen sind, für jeden zu definieren sind. Wer sich für den kalten Krieg, nukleare Abschreckung, ethische Implikationen oder Technik im Besonderen interessiert, sollte hier mal reinschauen!
No commentsSpaghetti-Postapo-Rambo
Lange hatte ich nach dem Titel dieser Trashperle gesucht (zumindest war sie mir als “Perle” in Erinnerung geblieben), durch Zufall stieß aich wieder auf den Film: Rush (Italien 1983, Tonino Ricci) reiht sich zwar ein in die skurrilen Versuche, Spaghetti-Postapocalypse am Band zu drehen, ist aber zudem ganz stark von Rambo inspiriert. Wer Filme wie “War Bus” immer noch gerne sieht und ästhetisch für ansprechend hält, kann hier vielleicht seinen Spaß haben – inhaltlich wird eher wenig geboten, interessant ist allemal die Idee, die Verseuchung der Luft in den Mittelpunkt zu stellen und damit die Akteure von Gasmasken abhängig zu machen. Der Entzug der Atmosphäre (vgl. Sloterdijks “Luftbeben” und die Bezüge zum Gaskrieg) wird natürlich für den schnieken Hauptdarsteller suspendiert, der offensichtlich auch ohne Maske auskommt.

Post-apocalyptic Book Club
Wer zufällig in London vorbeikommt, kann zu einer der gemeinsamen Lesungen des Post-Apocalyptic Book Club gehen, der sehr interessant klingt. Wer will, kann auch erstmal “nur” Mitglied der virtuellen Meetup-Gruppe werden, das kommende Leseprogramm sieht auf jeden Fall sehr inspirierend aus!
1 commentExodus
Ein Mann schreibt die Geschichte seiner Kindheit auf: Ein unbekanntes Virus vernichtet einen Großteil der Menschheit, er verliert zuerst seine Eltern, später seinen Bruder – allerdings nicht an den Virus, sondern durch die entstehenden sozialen Unruhen und die aufkommende Anarchie, die um sich greift. Dies ist der Beginn der ersten Episode der TV-Serie Jeremiah (USA 2002).

Was vielversprechend als Erinnerungsgeschichte beginnt und hoffen lässt, dass die Entwicklung der einstigen postapokalyptischen Kinder (vgl. Mad Max 3 und der Traum der Kinder vom “Überübermorgenland”) im Mittelpunkt stehen würde, macht sogleich einen Sprung in die 15 Jahre später liegende Handlungsebene: Der “Brief” des mittlerweile erwachsenen Jeremiah “an den Vater” wird verbrannt und in den Mittelpunkt rückt ein exotisches Potpourri aus Robin Hood-Ankängen (Jeremiah versorgt sich in der Natur selbst, wird aber von einem farbigen Fremden bestohlen, der alsbald sein Freund werden wird) und Szenerien, die die Neuentwicklung kleinerer Gesellschaften zeigen soll (jetzt weiß man auch, wo Jericho später erfolgreich geklaut hat). Wer es exotisch mag, kann sich mittlerweile beide Seasons als Import holen.

Kultur-Bunker
Auf Spiegel Online findet sich heute ein Text und eine Bilderstrecke zum atomwaffensicheren Kultur-Bunker in Freiburg: “Lesespaß nach dem Atomkrieg” – da denke ich doch gleich wieder an die “gut sortierte” Bibliothek in Zwerenz’ “Der Bunker”.
mehr: SpOn
No commentsImmersion
Jüngst auf YouTube entdeckt: Eine Kollage jener Tschernobyl-Fotos untermalt mit dem Stück “Immersion” des Ambient-Industrial-Projektes “Lustmord”:
No comments“To think the Unthinkable…”
Gestern stieß ich – nicht zuletzt durch Dominiks Hinweis auf das Zizek-Podcast/Audiobook angeregt – auf folgende schöne Ankündigung für das kommende Frühjahr.
1 comment