Archiv vom Mai, 2010
Wir sind die Guten, oder?
Endlich bei unseren britischen Freunden erschienen, während man in Deutschland noch einige Monate auf den Kinostart warten darf: The Road. Noch einige Screenies und flugs noch etwas Literatur (“Ethics for disaster”) dazu genommen, dann dürfte mein Beitrag für den kommenden Sammelband tatsächlich “finalfinal”
sein.
Zeig mir den Weg ins Dunkel
Durch den Umzug nach Karlsruhe lange verzögert, aber jetzt wieder reaktiviert: Meine Tätigkeit hier im Blog und am ersten Sammelband der Postapocalypse.de-Buchreihe (coming soon) – aber auch die unterbrochene Lektüre von Dmitry Glukhovskys Metro 2033 geht wieder voran.Der junge Artjom wächst im Moskauer U-Bahn-Netz auf, das den menschlichen Überlenden des Weltendes als Zuflucht gedient hat. Der Roman greift das Stalker-Sujet auf seine eigene Weise auf und beschreibt eine düstere Unterwelt – nicht ohne immer wieder auf das “Draußen” und mögliche “Andere” zu verweisen. Wer es mag, kann das gleichnamige Spiel auch auf PC und XBox360 spielen. Ich bin gespannt auf die Lektüre der Fortsetzung sowie die mögliche Portierung als Videospiel!
Hier die nette Gamepro-Preview des Spiels:
No commentsHalleyluja
Selbstmorde, Sexorgien, Sakramente: Als vor 100 Jahren der Halleysche Komet erschien, geriet die Welt auch ohne Einschlag aus den Fugen. Die Medien schürten Massenpanik, die Wissenschaft nur Verwirrung. Postkarten zeugen von den Phantasien jener Zeit – zwischen Untergangsängsten und Ausschweifungen. Von Solveig Grothe
mehr: EinesTages bei SpOn
No comments»Jetzt sind wir an der Energie!«
Heute hat Amazon mir zwei Medien geliefert, die nicht nur wunderbar zu meinem neuen Forschungsprojekt passen, sondern sich auch hier prima platzieren lassen:
Capeks Theaterstück “R.U.R.”, auf dem das Hörbuch basiert, stammt aus dem Jahr 1921 und erzählt davon, wie die Erfindung des “Roboters” (hier wird das Wort erstmals benutzt) zuerst die Menschheit von der Arbeit befreit, indem die gefühllosen, künstlichen Menschen ihren Erfindern alle Mühe und Last abnehmen. Dann aber mischt sich eine Humanistin ein, der die Roboter leid tun, weil sie keine Seele haben und die sie aus der Sklaverei befreien will, weil die Menschen jetzt, nachdem sie keine Aufgabe mehr haben, auch aufgehört haben Kinder zu zeugen. Sie instruiert einen der Erfinder, Roboter mit größeren Gehirnen zu entwerfen und sie vernichtet danach die Bauanleitung für die Roboter. Es kommt, wie es kommen muss: Die Roboter übernehmen die Weltherrschaft und töten alle Menschen – bis auf einen Wissenschaftler, der ihnen aus ihrer Vermehrungskrise helfen soll. Doch auch er kennt das Geheimnis der Roboterkonstruktion nicht und gerade, als er ein Roboter-Pärchen sezieren will, stellt er fest, dass diese beiden Maschinen menschlich geworden sind, Angst um ihre Existenz haben und dass sie einander lieben.
“R.U.R.” vereint die jüdische Golem-Sage mit den Fieberträumen des Fordismus, in dem Menschen nach und nach durch Maschinen ersetzt oder selbst zu Maschinen am Fließband werden. Dass Capek diese Fantasien bereits in den 1920er Jahren hatte, beeindruckt umso mehr, als es anthropomorphe Maschinen, wie er sie beschreibt, in der Fiktion bis dahin nur als romantische Ausgeburten gegeben hat: Was hier an der (Nicht-)Existenz einer “Seele” festgemacht wird, konkretisiert sich in “R.U.R.” auf biophysischer Ebene dadurch, dass die Roboterkörper zwar offenbar organisch sind, aber keine Nerven besitzen, weil diese im Arbeitsprozess nur hinderlich wären. Erst als klar wird, dass man mit Schmerz-Empfindungen die Unfallhäufigkeit senken kann und daher Nerven in den Körpern verbaut, stellt sich so etwas wie ein Selbsterhaltungstrieb bei den Robotern ein, der im Stück mit “Angst” tituliert wird. Das ist natürlich Materialismus reinster Sorte (was im Hörbuch auch reflektiert wird) aber für ein engagiert antikapitalistisches Stück wie “R.U.R.” zu dieser Zeit eben auch nicht ungewöhnlich.
Die zweite Anschaffung trägt schon deutlich ironischere Züge. Ähnlich Max Brooks’ “Zombie Survival Guide” (der ebenfalls ins Bunker-Bücherregal jedes Postapokalyptikers gehört) richtet sich Wilsons Buch an die Vorsorgenden: Was ist zu tun, wenn Roboter (wie von Capek prognostiziert) die Weltherrschaft an sich reißen? Auf 176 sehr reichlich illustrierten Seiten erfährt man es – z.B. wie man einen Roboter erkennt, der sich als Mensch ausgibt (“Does he smell like a brand new soccer ball?”), wie man eine Laser-Wunde behandelt (“During the uprising the laser wound become the most common by-product of human-robot interaction.”) und natürlich, wie man den eigenen Körper mit gefundenen Roboter-Teilen selbst kybernetisch aufwertet.
Für den Mini-Preis von jeweils knapp 8 Euro seien beide Titel dringend zur Anschaffung empfohlen!
No commentsAschewolke
Mit einigen Leuten habe ich in der letzten Zeit über den Zusammenhang von Aschewolken, Naturschutz und Klimaänderung und auch Apokalypse gesprochen.
Das wollte ich einfach nur assoziativ in den Raum werfen, und ein Bild der Aschewolke hinterlassen.
No commentsPhysik im Kalten Krieg
Wohl nicht für viele unserer Leser interessant, aber vielleicht ja für einige:
Fachverband Geschichte der Physik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft e.V.
14.03.2011-15.03.2011, Dresden
Deadline: 31.10.2010
»Jeder hat eine Chance!«
In der Rubrik EinesTages geht es unter dem Titel “Hausmittel gegen die Apokalypse” auf Spiegel Online heute um die Kampagnen zum Selbstschutz bei einem Atomangriff:
Aktentaschen auf dem Kopf, Möbel vor der Tür: Während des Kalten Krieges propagierten Regierungen den Selbstschutz der Bürger beim Atomangriff des Gegners mit absurden und nutzlosen Ratschlägen. Die staatlichen Broschüren blieben über Jahrzehnte gängige Praxis – in der Bevölkerung ernteten sie Hohn und Spott.
Text und interessante Bilderstrecke: SpOn
No commentsEnvironmental Knowledge, Climate and Catastrophe
Ein Call for Papers mit Katastrophenfokus, der im Speziellen die Effekte von Naturkatastrophen untersucht.
In 2004, The Day After Tomorrow, a rollercoaster drama about a super storm that devastates New York City at the start of a new ice age, was among the top-grossing movies worldwide. A year later, the suddenness of the destruction brought to New Orleans by Hurricane Katrina shocked Americans as well as foreign observers and heightened the awareness of natural disasters and their devastating impact on communities. It reminded Americans that natural catastrophes such as the San Francisco Earthquake and the Dust Bowl have played a major role in the history of the American continent, and it alerted them to very current discussions on environmental threats and climate change. Moreover, issues of race, class and the environment came to the forefront and stimulated discussion in the realms of politics and culture, including the various fields of the sciences and the humanities. The conference will focus on environmental knowledge production in the U.S. by taking as starting points the impact of natural catastrophes and of public debates on climate change and environmental threats. Papers will address the social, political, economic, ecological, and cultural effects of natural catastrophes. At stake will be issues such as disaster management and politics, disaster as spectacle, and the popular imagination of catastrophe which point to the role of language, texts, and the media in creating and limiting knowledge about environmental issues and about the political, economic, and ethical dimensions of the human-nature relationship. No comments



