Jul 24
Ground Zero Liverpool Street
Im TV-Film Dirty War (UK/USA 2004, Daniel Percival) wird London zum Ziel einer schmutzigen Bombe – zur Thematik siehe auch unser vergangenes Filmgespräch zu Right at your door.
Der für HBO-Verhältnisse doch leider nicht perfekte Film beginnt mit einem “Emergency Services Drill” und einer Ministerin, die zwischen tatsächlicher Wappnung vor dem Ernstfall und möglichst behutsamem Umgang mit der Öffentlichkeit wählen muss – zuviel Aufhebens um mögliche Gefahren verringert die “gefühlte Sicherheit”, zuwenig bedeutet aber zugleich zuwenig Schutz für den Ernstfall.
Letzteres passiert im Film: Eine Terrorzelle aus dem nahen Osten (Parallelen zu 9/11 sind erkennbar und beabsichtigt) schafft es tatsächlich, eine Bombe in der Innenstadt Londons detonieren zu lassen – und damit nicht nur die Innenstadt weiträumig zu kontaminieren, sondern auch die Schutzmechanismen der Stadt bloßzulegen: Erst nach der ersten Bombe haben die Ermittler die Chance, weitere Bomben in der Stadt zu ermittlen und auszuschalten – nämlich per engagierter Ermittlung und natürlich per Surveillance-Kameras, die überall in der Stadt verteilt sind.
Gleichzeitig versucht die recht tapfer dargestellte Feuerwehr Londons, der ungewohnten Lage Herr zu werden, ist jedoch selber von der Strahlung und der wandernden Strahlenwolke betroffen und eingeschränkt. Letztendlich müssen die Helfer außerhalb der “Decon Line” bleiben, um selber keine körperlichen Schäden zu erleiden, die Opfer und Flüchtenden dürfen nicht heraus, ohne durch einen schleppenden Kontaminationsprozess gehen zu müssen (soweit sie denn noch gehen können).
Leider kein Meilenstein, wird hier vor allem die Arbeit der Sicherheitskräfte auf mittlerem TV-Niveau beleuchtet, wobei das Verhindern der weiteren Attentate durch Surveillance relativ spannend und für das Genre bemerkenswert ist.
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