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Techno Trash

Datum: 3. September 2010 | Kategorie: Filme

Die Welt ist nach einem Atomkrieg in eine radioaktive Wüste verwandelt, innerhalb derer sich Menschen rund um die verbliebenen Industriestätten angesiedelt haben. Ein “Zone Tripper” findet in der Wüste vermeintlichen Roboterschrott (dessen Rolle in militärischer Hinsicht vorerst nicht erläutert wird), den er in der “Stadt” zum Verkauf anbietet.

Einer der jungen Protagonisten schenkt den “Schrott” seiner Freundin, die in ihrem flat Kunst herstellt (!) und den Kopf des Roboters prompt bemalt (was der US-amerikanischen Flagge nicht unähnlich sieht) und in ein Kunstwerk integriert.Doch – man ahnt es – der Roboterkopf ist noch aktiv und findet einen Weg, die restlichen Roboterteile zusammenzusetzen und seiner eigentlichen Aufgabe nachzugehenen – Zerstörung.

Der Roboter stammt aus der Reihe M.A.R.K. 13, was u. a. in Deutschland Teil des Titels war (Hardware aka M.A.R.K. 13, UK/USA 1990, Richard Stanley). Der Film ist in UK relativ günstig als sehr nette Blu Ray zu beziehen, die einige Extras bietet und zudem ungeschnitten daherkommt. Durchaus technologiekritisch das Ganze, natürlich auf herrlichem Splatter-Niveau, denn erst zerlegt MARK 13 ein paar Menschen, bevor die Menschen MARK 13 zerlegen, der sich als Militärroboter mit entscheidenden Fehlern herausstellt.

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Celebrity Death Match

Datum: 2. September 2010 | Kategorie: Allgemein

Wie macht man den Untergang der Menschheit medial fassbar? Entweder man zeigt tragische Einzelschicksale oder man weist auf die Masse an Menschen hin, die umgekommen sind (gerne in Filmen ex negativo, indem ein “last man standing” gezeigt wird). Eine dritte Möglichkeit? Ja!

Bei Y – The last Man fiel mir zuletzt auf, dass die verbliebenen Frauen nicht nur den verschwundenen Männern, sondern insbesondere den Stars unter ihnen nachtrauern – beispielsweise den Stones (unglaublich gute Wahl zum Nachtrauern …).

In The Walking Dead überlegen die Protagonisten in einer zombiefreien Minute, was sie wirklich vermissen – einige nennen American Football, einer vermisst seine (Oakland) Raiders.

In Zombieland sind die Protagonisten hellauf begeistert, Bill Murray in seiner Villa noch lebend zu finden (er spielt sich selbst); da er sich um nicht aufzufallen als Zombie verkleidet hat, wird er leider erschossen.

All das sind meines Erachtens starke Markierungen für das, was verloren ist – ebenso wie die immer wieder “fallende” Freiheitsstatue, die eine Mischung aus kulturellem Denkmal und einer symbolischen Person ist.

Hat jemand noch weitere Beispiele?

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Speculative History

Datum: 1. September 2010 | Kategorie: Comics

Der Comic The Life Eaters präsentiert eine Welt der 1960er-Jahre, die nicht dem gewohnten Gang der uns bekannten Geschichte entspricht: Der zweite Weltkrieg wurde von Deutschland und Japan gewonnen, allerdings im wörtlichen Sinne nur mit Hilfe der (nordischen) Götter. Hier wird ganz großes “Kino” geboten, was alternative fiktionale Geschichtsverläufe angeht, ein Genre, für das bekanntlich Philip K. Dicks Orakel vom Berge Pate steht; nicht im klarsten aller Sinne postapokalyptisch, aber einen Blick über den Tellerrand wert (ohne zu spoilern: es geht u. a. um durchaus Apokalyptisches, darunter die Unbewohnbarmachung der Welt durch Atombomben, Treibhausgase etc. – einmal abgesehen davon werden geschichtliche Details durchaus ironisch in die Melange aus WWII- und Göttergeschichte eingebunden).

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Stadt-Land-Flucht

Datum: 31. August 2010 | Kategorie: Comics

Ein Polizist erwacht im Krankenhaus, nachdem er angeschossen wurde – aber niemand ist mehr im Krankenhaus… klingt verdächtig nach “28 Days later” (Comic/Verfilmung), ist aber The Walking Dead, eine mittlerweile 10-, bald 11-reihige Comicserie. Der Polizist sucht in der Kleinstadt nach den Bewohnern, findet aber nur deformierte Wesen, die ihm nach dem Leben trachten (genau: Zombies ;) ) – sein Weg führt ihn in die nächste Großstadt, wo er seine Familie vermutet, die sich zu den Verwandten geflüchtet haben könnte. Die Stadt ist allerdings voller Zombies, doch der Protagonist wird von einem Jungen gerettet und kann zu einer Flüchtlingskolonne dazustoßen, in der er auch seine Familie wiederfindet. Doch damit ist das Happy End noch lange nicht nahe, zum äußeren Feind gesellen sich auch noch innere …

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Incoming!

Datum: 29. August 2010 | Kategorie: Texte

Gerade gestern sind drei neue Bucherwerbungen auf meinem Tisch gelandet, die ich nur empfehlen kann.

Klimarkriege von Harald Welzer versucht die Folgen des schon absehbaren Klimawandels gesellschaftlich umzulegen und – so deutet es der Titel schon an – sieht eine düstere Zukunft der Gesellschaft.

Katastrophen – Eine Kulturgeschichte vom 16. bis ins 21. Jahrhundert schreitet mit dem Leser die größten Katastrophen der Neuzeit ab, nicht ohne einen Ausblick zu bieten und auf kulturelle Phänomene wie “Alarmismus” einzugehen.

Einen Sprung zurück in den kalten Krieg bedeutet die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Biographie J. Robert Oppenheimers von Kai Bird und Martin J. Sherwin. Viel Lesestoff zum “Vater der Atombombe”.

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Fröhliches Ende erwartet

Datum: 28. August 2010 | Kategorie: Musik

R.E.M. kann man ja mögen oder auch nicht, aber diese Version von “It’s the end of the World as we know it” ist zu frisch, um sie stehen zu lassen:

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Die Amazonen und das Überlebenden-Syndrom

Datum: 28. August 2010 | Kategorie: Comics

Was wäre, wenn mit einem Schlag alle Männer – mit der Ausnahme eines jungen Mannes und eines männlichen Affen – auf der Erde sterben würden? Wie würden gesellschaftliche Strukturen sich neu formieren, die vormals von Männern dominiert waren? Wer regiert, wer leitet den Großteil der Unternehmen, und: wie pflanzt sich die Menschheit fort?

Der Comic Y – The Last Man beginnt mit dieser Grundkonstellation und entwickelt sich um die Geschichte des letzten verbliebenen jungen Mannes, der gesellschaftlichen Neuformierungen, der Kompensation des Verlustes der männlichen Hälfte der Bevölkerung der Welt, und wirft damit einen kritischen Blick auf Genderaspekte des Postapokalypse-Genres. Dabei wird die Frage aufgeworfen: Warum ist ein Mann übrig geblieben? Was hat den Tod der anderen Männer bewirkt? Wird die Menschheit sich wieder reproduzieren können, und sei es mit technischen Hilfsmitteln (Klonen ist durchaus ein Thema)?

Bald erscheint der elfte Teil der Reihe, die wirklich empfehlenswert ist!

Errata: Leider mit “The Walking Dead” durcheinandergekommen, bei der Reihe erscheint demnächst Band 11; Y – The Last Man ist mit Band 10 abgeschlossen…

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Postapokalyptika 2010

Datum: 20. August 2010 | Kategorie: Veranstaltungen

Am vergangenen Wochenende fand in Karlsruhe die “Postapokalyptika 2010″ statt, das jährliche Treffen der verrückten Menschen, die hier im Rampenlicht und im Verborgenen wirken.

Am 13.08. reisten die ersten externen Gäste an, Irina Gradinari (Trier) und Stefan Höltgen (Berlin); Thomas Jäger, Dominik Schrey und “The Host” Christian Hoffstadt (alle Karlsruhe)  ergänzten die übersichtliche Reihe der Teilnehmer. Zum Aufwärmen ging es erst einmal in die Jürgen Klauke-Ausstellung im ZKM, abends fand ein erstes Screening statt, nämlich Children of Men. Der anschließende Podcast war leider nicht netztauglich, Experten versuchen momentan fieberhaft herauszufinden, ob die Belegschaft zu wenig oder zu sehr betrunken war, um dieses Meisterwerk mit einer Runde Gelaber entsprechend zu würdigen.

Am zweiten Tag, 14.08., fanden drei Impulsreferate statt, die ihren Weg in den zweiten Reihenband finden werden (der erste wird noch dieses Jahr erscheinen, mehr dazu in Bälde):

Stefan Höltgen: >rm -r mankind_. Der ve/orprogrammierte Atomkrieg

Christian Hoffstadt: Cylons in America – 9/11 und die Suche nach der Menschlichkeit

Irina Gradinari: Impulsreferat zu “Hässliche Schwäne” und “Die Briefe eines Toten” (1989)von Konstantin Lopuschanskij

Abends fand nach einem Besuch bei Retro Games e. V. und einschlägigen Verwendungen der Automaten “Missile Command” und “Terminator” ein Screening von Mutant Chronicles statt.

Der kommende Tag, 15.08., diente den weiteren Planungen der Reihe, diverser Veranstaltungen (PKD-Fans werden sich bald freuen dürfen) und einem abendlichen Screening von Book of Eli mit reduzierter Mannschaft.

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Wir sind jetzt die Normalen

Datum: 6. August 2010 | Kategorie: Filme

In Daybreakers (Australien/USA 2009, Michael & Peter Spierig) haben Vampire die Kontrolle übernommen und bilden die Mehrheit – allerdings nicht als fabulöse Einzelgänger, sondern als (mehr oder weniger) zivilisierte Hauptbewohner der Erde, mit der Einschränkung, dass sie nachts leben müssen und ihre Hauptnahrungsquelle, menschliches Blut, langsam zur Neige geht bzw. der Mensch auszusterben droht.

In einer wilden und wenig wohlstrukturierten Mischung aus Vampirjagd, Gattaca und Matrix versuchen die zivilisierteren Vampire, den verrohten (und zugleich kapitalistischen) Genußvampiren (die partout kein “vegetarisches” Ersatzblut wollen) die Rückkehr zur “Normalität” schmackhaft zu machen, die durch den gezielten Einsatz von Sonnenlicht möglich ist. Der Film ist nett in den Momenten, in denen er ähnlich wie I am Legend mit der Umkehrung von Normal/Abnormal spielt, in denen die Vampire als zivilisierte, aber vom Rohstoff Menschenblut abhängige Wesen gezeigt werden – ansonsten leider trotz vermeintlich starker Besetzung nur Genrefans zu empfehlen.

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Ground Zero Liverpool Street

Datum: 24. Juli 2010 | Kategorie: Fernsehserien,Filme

Im TV-Film Dirty War (UK/USA 2004, Daniel Percival) wird London zum Ziel einer schmutzigen Bombe – zur Thematik siehe auch unser vergangenes Filmgespräch zu Right at your door.

Der für HBO-Verhältnisse doch leider nicht perfekte Film beginnt mit einem “Emergency Services Drill” und einer Ministerin, die zwischen tatsächlicher Wappnung vor dem Ernstfall und möglichst behutsamem Umgang mit der Öffentlichkeit wählen muss – zuviel Aufhebens um mögliche Gefahren verringert die “gefühlte Sicherheit”, zuwenig bedeutet aber zugleich zuwenig Schutz für den Ernstfall.

Letzteres passiert im Film: Eine Terrorzelle aus dem nahen Osten (Parallelen zu 9/11 sind erkennbar und beabsichtigt) schafft es tatsächlich, eine Bombe in der Innenstadt Londons detonieren zu lassen – und damit nicht nur die Innenstadt weiträumig zu kontaminieren, sondern auch die Schutzmechanismen der Stadt bloßzulegen: Erst nach der ersten Bombe haben die Ermittler die Chance, weitere Bomben in der Stadt zu ermittlen und auszuschalten – nämlich per engagierter Ermittlung und natürlich per Surveillance-Kameras, die überall in der Stadt verteilt sind.

Gleichzeitig versucht die recht tapfer dargestellte Feuerwehr Londons, der ungewohnten Lage Herr zu werden, ist jedoch selber von der Strahlung und der wandernden Strahlenwolke betroffen und eingeschränkt. Letztendlich müssen die Helfer außerhalb der “Decon Line” bleiben, um selber keine körperlichen Schäden zu erleiden, die Opfer und Flüchtenden dürfen nicht heraus, ohne durch einen schleppenden Kontaminationsprozess gehen zu müssen (soweit sie denn noch gehen können).

Leider kein Meilenstein, wird hier vor allem die Arbeit der Sicherheitskräfte auf mittlerem TV-Niveau beleuchtet, wobei das Verhindern der weiteren Attentate durch Surveillance relativ spannend und für das Genre bemerkenswert ist.

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