Archiv der Kategorie 'Hörspiele / Podcasts'
»Jetzt sind wir an der Energie!«
Heute hat Amazon mir zwei Medien geliefert, die nicht nur wunderbar zu meinem neuen Forschungsprojekt passen, sondern sich auch hier prima platzieren lassen:
Capeks Theaterstück “R.U.R.”, auf dem das Hörbuch basiert, stammt aus dem Jahr 1921 und erzählt davon, wie die Erfindung des “Roboters” (hier wird das Wort erstmals benutzt) zuerst die Menschheit von der Arbeit befreit, indem die gefühllosen, künstlichen Menschen ihren Erfindern alle Mühe und Last abnehmen. Dann aber mischt sich eine Humanistin ein, der die Roboter leid tun, weil sie keine Seele haben und die sie aus der Sklaverei befreien will, weil die Menschen jetzt, nachdem sie keine Aufgabe mehr haben, auch aufgehört haben Kinder zu zeugen. Sie instruiert einen der Erfinder, Roboter mit größeren Gehirnen zu entwerfen und sie vernichtet danach die Bauanleitung für die Roboter. Es kommt, wie es kommen muss: Die Roboter übernehmen die Weltherrschaft und töten alle Menschen – bis auf einen Wissenschaftler, der ihnen aus ihrer Vermehrungskrise helfen soll. Doch auch er kennt das Geheimnis der Roboterkonstruktion nicht und gerade, als er ein Roboter-Pärchen sezieren will, stellt er fest, dass diese beiden Maschinen menschlich geworden sind, Angst um ihre Existenz haben und dass sie einander lieben.
“R.U.R.” vereint die jüdische Golem-Sage mit den Fieberträumen des Fordismus, in dem Menschen nach und nach durch Maschinen ersetzt oder selbst zu Maschinen am Fließband werden. Dass Capek diese Fantasien bereits in den 1920er Jahren hatte, beeindruckt umso mehr, als es anthropomorphe Maschinen, wie er sie beschreibt, in der Fiktion bis dahin nur als romantische Ausgeburten gegeben hat: Was hier an der (Nicht-)Existenz einer “Seele” festgemacht wird, konkretisiert sich in “R.U.R.” auf biophysischer Ebene dadurch, dass die Roboterkörper zwar offenbar organisch sind, aber keine Nerven besitzen, weil diese im Arbeitsprozess nur hinderlich wären. Erst als klar wird, dass man mit Schmerz-Empfindungen die Unfallhäufigkeit senken kann und daher Nerven in den Körpern verbaut, stellt sich so etwas wie ein Selbsterhaltungstrieb bei den Robotern ein, der im Stück mit “Angst” tituliert wird. Das ist natürlich Materialismus reinster Sorte (was im Hörbuch auch reflektiert wird) aber für ein engagiert antikapitalistisches Stück wie “R.U.R.” zu dieser Zeit eben auch nicht ungewöhnlich.
Die zweite Anschaffung trägt schon deutlich ironischere Züge. Ähnlich Max Brooks’ “Zombie Survival Guide” (der ebenfalls ins Bunker-Bücherregal jedes Postapokalyptikers gehört) richtet sich Wilsons Buch an die Vorsorgenden: Was ist zu tun, wenn Roboter (wie von Capek prognostiziert) die Weltherrschaft an sich reißen? Auf 176 sehr reichlich illustrierten Seiten erfährt man es – z.B. wie man einen Roboter erkennt, der sich als Mensch ausgibt (“Does he smell like a brand new soccer ball?”), wie man eine Laser-Wunde behandelt (“During the uprising the laser wound become the most common by-product of human-robot interaction.”) und natürlich, wie man den eigenen Körper mit gefundenen Roboter-Teilen selbst kybernetisch aufwertet.
Für den Mini-Preis von jeweils knapp 8 Euro seien beide Titel dringend zur Anschaffung empfohlen!
No commentsWieder entdeckt: Kalter Krieg
Beim Joggen oder längeren Bahnfahrten (die hier in Berlin nicht selten sind) ist es ratsam, etwas zum Anhören dabei zu haben. Auf der Suche nach Podcasts bin ich auf eine etwa ein halbes Jahr alte vierteilige Reihe zur “Kultur des Kalten Krieges” vom Deutschlandfunk gestoßen, die dort in der Sendung “Essays und Diskurs” lief und noch komplett nachgehört und -gelesen werden kann:
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Wissen zum Kalten Krieg
Der neue Radiosender “Deutschlandradio Wissen” hat eine Rubrik mit dem Titel “Hörsaal“, in der unter anderem zwei Beiträge zum Thema “Kernenergie” und “Hörsäle im Kalten Krieg” aus den 1950er Jahren nachzuhören sind.
»Talking means trouble. Do talk.«
Der zweite Podcast vom postapocalypse.de-Wochenendseminar zum Film “Atomic Café” und zum Besuch der “Berliner Unterwelten”:
Bombensound
Clip (irgendwann muss ich mir die diesbezüglichen Wortspiele abgewöhnen, aber jetzt noch nicht.)
Bei der Suche nach Atomkrieg und Musik in YouTube (wo ich natürlich auch drei Fassungen von Kraftwerks “Radioaktivität” gefunden habe, die ich hier aber nicht verlinke), bin ich auf folgenden Clip gestoßen:
Justice ist eine Formation mit Glam/HipHop/Funk/House/Elektro-Sound aus Frankreich. Der Clip ist aus Szenen des Dokumentarfilms “Verlust der Unschuld” montiert.
No commentsTanz in den Weltuntergang
Zur Abwechslung mal etwas Musik:
Der Song “Hypnopedia 666″ von der Elektronik-Formation “Hypnopedia” ist Anfang der 1990er Jahre beim Label ZYX-Records als Maxi-CD erschienen. Ich habe mir damals fast alles von ZYX gekauft, weil die teilweise sehr skurrile Sachen lizensiert hatten. In den Kontext dieses Blogs passt der Song vor allem deshalb, weil er Samples aus Richard Donners “The Omen” enthält und zwar die Prophezeihungen zum Weltuntergang und die Anleitung, wie man den kleinen Damien Thorn am besten um die Ecke bringt. Das hat ja bekanntlich erst zwei Teile später geklappt.
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